Digitale Weihnachten – Tablet/Laptop für Kinder – Umgang und Eintrittsalter richtig wählen

Für Kinder ist der Umgang mit dem Computer heutzutage sowohl in der Schule als auch im späteren beruflichen Leben ein elementares Werkzeug.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Eltern und Erziehungsberechtigten Ihre Kinder so früh wie möglich an den Computer heranführen wollen, damit der Umgang für Sie wie selbstverständlich wird. Sicherlich gibt es auch einige Eltern oder Erziehungsberechtigte, die den Umgang mit dem Computer für Ihre Kinder etwas kritischer sehen, besonders in Hinblick auf das Einstiegsalter und die „Gefahren des Internets“. Dennoch hat sich mittlerweile in unserer Gesellschaft der Konsens gebildet, dass es ganz ohne Computer auch nicht mehr geht bzw. sinnvoll ist. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, sei einmal an dieser Stelle dahingestellt.

Die wesentliche Frage, die sich jedoch stellt, ist nicht ab, wann ein Kind nun alt genug ist, um den Umgang mit dem PC zu erlernen, sondern eher wie wird der Umgang gestaltet und das Kind bestmöglich an die Möglichkeiten, Gefahren und die Verantwortung, die ein Computer und das Internet mit sich bringt, herangeführt wird.beitragsbild-2

Die meisten Experten sind sich einig, dass es für Kinder unter 6 Jahren vollkommen ausreichend ist, 20 bis 30 Minuten am Tag vor dem Computer Zeit zu verbringen. Natürlich hängt es auch von der individuellen Reife des Kindes ab und letztendlich sollten die Eltern dieses entscheiden.

Das Alter betreffend, gehen Expertenmeinungen weit auseinander. Einige sind der Meinung, dass es vor der Einschulung nicht von Nöten sei, Kinder an den Computer heranzuführen bzw. sie sogar dazu drängen. Dagegen spricht jedoch, dass auch Lernsoftware erhältlich ist, die bereits für 2 Jährige geeignet ist. Wenn sich dafür entschieden werden sollte, eine solche Software zu kaufen, sollten vor allem das Lernziel und der Nutzen oberste Priorität besitzen. Natürlich sollten auch eine kindgerechte Gestaltung und der Spaßfaktor beachtet werden. Denn ein erzwungenes “Ergebnis” ohne Spaß bringt auf lange Sicht niemanden etwas. Geschicklichkeits- und Merkspiele bieten sich hier beispielsweise an.

Zu bedenken ist auch, dass solche Spiele auch in „traditioneller“ Form praktiziert werden können wie z.B. durch Brettspiele oder Holzspielzeug.Hier können die wichtigen kognitiven Fähigkeiten mindestens genauso gut geschult werden.

Auch spezielle Spielkonsolen für Kinder ab 3, die an den Fernseher angeschlossen werden, sind erhältlich. Dies ist aus meiner Sicht aber nicht unbedingt zu empfehlen, da sich das „Lernen“ eher zum Spielen auf Konsolen entwickeln könnte. Wer allerdings unbedingt darauf zurückgreifen möchte, sollte natürlich eher zu altersgerechten Spielen bzw. Software zurückgreifen.

Aufbau des Umgangs mit Computernbeitragsbild-1

Es ist richtig, dass sich die Kinder die Welt spielerisch aneignen sollen, was natürlich auch für den Computer gilt. Zumindest am Anfang sollte nicht nur die Wissensvermittlung im Fokus stehen. Durch spielerische Erfahrung kann zudem das Interesse am Computer gestärkt werden. Das Erlernen von Tastatur, Maus und Bildschirm, vor allem auch in Verbindung miteinander, wird somit vermutlich eher auf Gegenliebe bei den Kindern stoßen.

Nach dem ersten „Kennenlernen“ mit dem Computer und der Arbeitsoberfläche ist es ratsam, den Kindern nicht einfach freie Hand zu lassen und sie wild am Computer herum testen zu lassen, sondern die Eltern sollten klare Aufgabenstellungen festlegen und gemeinsam mit dem Nachwuchs die Aufgaben angehen.
Wobei in jedem Fall den Kindern die Handhabung der einzelnen Geräte überlassen werden sollte und der Elternteil eher als „Beobachter“ und Ansprechpartner angesehen werden sollte.
Es ist sinnvoll den Kindern gleich klar zu machen, dass der Computer nicht ein reines Spielvergnügen ist, sondern dass man mit Computer und Internet sinnvolle Aufgaben erledigen kann, die für das tägliche Leben benötigt werden.
Beispielsweise könnte das Kind nach der ersten Eingewöhnungszeit in Textprogrammen wie z.B. Word mit unterschiedlichen Schriftarten und Farben spielen, um am Ende einen Brief für die Großeltern fertigzustellen.
Oder es können erste Bilder mit Paint kreiert werden, beispielsweise für den Onkel oder Schulfreunde.
Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die Kinder mit Unterstützung der Eltern eine eigene E-Mail-Adresse anlegen. Dieses ist oft für die Kinder eine Bestätigung Ihrer selbst als eigenständige und wichtige Person.

Wenn dann später für die Kinder die Schule beginnt, können die Eltern sicherlich auch mit den Kindern im Internet surfen, beispielsweise als Recherche für etwaige Hausaufgaben oder für zusätzliches Lernmaterial wie Videos oder Ähnliches. Jedoch sollten Sie zumindest am Anfang beim Surfen im Internet noch anwesend sein. Im Laufe der Zeit und mit zunehmender Erfahrung kann dann schrittweise das Surfen den Kindern eigenständig überlassen werden. Es bringt mit vorschreitendem Alter nichts, das Surfen im Internet zu verbieten, da die Kinder bei Freunden, Bekannten oder in Internet-Cafés jederzeit die Möglichkeit haben, unbeaufsichtigt zu surfen.
Daher sollte vielmehr ein verantwortungsvoller Umgang beigebracht werden, damit die Kinder auch eigenständig in der Lage sind, die Gefahren und Potenziale des Internets zu erkennen.

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  • Erziehungsberechtigte und Eltern ist es möglich, am Computer eine Kindersicherung anzulegen. Sie können sich einfach mit einem selbst gewählten Passwort als Administrator am PC anmelden. Wenn diese Anmeldung mit diesem Passwort geschützt wird, hat dies zur Folge, dass sich die Kinder ohne das entsprechende Passwort nicht am PC anmelden können.
  • Wenn ein gemeinsamer Familien-Computer genutzt wird, bietet sich die Möglichkeit, für jede Person ein eigenes Konto anzulegen, das mit geregelten Zeiten und Einschränkungen verbunden ist. Wenn diese Zeiten nicht eingehalten werden sollten, könnte dies zu einem zeitweiligen Verbot am Computer führen.
  • Es gibt auch eine Reihe von Möglichkeiten, damit sich der PC nach einer festgelegten Zeit automatisch ausschaltet, wie beispielsweise „Shutdown Timer“.
  • Für das Internet kann eine Kindersicherung aktiviert werden. Dieses ist beispielsweise unter Windows (7) folgendermaßen zu erreichen: Systemsteuerung – alle Systemsteuerungselemente – Jugendschutz. Des Weiteren ist unter dem Punkt Jugendschutz der Punkt Spielfreigabesystem zu finden. Dort können die Spiele ausgewählt werden, die Kinder spielen dürfen bzw. nicht. Das gleiche gilt diesbezüglich auch für einzelne Programme. Natürlich sollte dem Kind auch erklärt werden, wieso manche Dinge gesperrt sind und dass gewisse Inhalte noch nichts für Kinder sind.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die von Windows angebotene Software „Windows Life Family Safety” zu nutzen. Unter chip.de ist diese Version (2011) beispielsweise als Freeware kostenlos erhältlich.
  • Weitere Informationen zu Zeitbegrenzungen und Software-Filtern finden sie beispielsweise unter chip.de oder entsprechenden Portalen, die sie informieren und gegebenenfalls auch auf weitere kostenlose Software eingehen.
  • Grundsätzlich ist aber darauf zu achten, dass der PC von Grund auf sicher eingestellt ist, um schädliche Software auf den Computer zu vermeiden, damit die Kinder nicht Gefahr laufen auf kinder- bzw. jungendgefährdende Websites zu landen.

Letztendlich ist es aber auch so, das für die Eltern kaum eine Möglichkeit besteht der völligen Überwachung des Kindes beim Umgang mit den PC, Internet und sozialen Medien, zumindest nicht außerhalb des „Hauses“.  Dies ist aber auch nicht unbedingt ratsam. Vielmehr sollten sich die Eltern zumindest mit Ihren Kindern zusammensetzen und über die Gefahren des Internets aufmerksam machen, zu diskutieren und zu sensibilisieren.
Hier ist aber auch darauf aufmerksam zu machen, dass manche Heranwachsende eher ihren Eltern etwas über das Internet beibringen können.
Ein völliges Verbot auf PC und Internet ist auf keinen Fall zu empfehlen, da die Soziale Stellung von Kindern in der heutigen Zeit über viele Kommunikationskanäle stattfindet, die sich im Internet  befinden wie z.B. Social-Media.