Der Einsatz von Videokonferenz in der Telemedizin

Was heißt Telemedizin eigentlich?

Die Telemedizin ist ein Teilbereich der Telematik im Gesundheitswesen und bezeichnet Diagnostik und Therapie unter der Überbrückung einer räumlichen oder auch zeitlichen Distanz zwischen Arzt, Therapeut, Apotheker und Patienten oder zwischen zwei sich konsultierenden Ärzten mittels Telekommunikation.

Also in Kurzform: Die Erbringung von medizinischen Leistungen über räumliche Distanzen.

Beispiel Teleradiologie

Was beinhaltet das aber nun konkret? Betrachten wir einmal das Beispiel Teleradiologie.

Beurteilung von radiologischen Aufnahmen
Quelle: Wikipedia

Frau B. fällt beim Heimwerken vom Dach herunter. Ihr Mann, Herr B. ruft umgehend den Notarzt und ein Krankenwagen bringt sie in das nächstgelegene Krankenhaus. Natürlich wird Frau B. sofort geröntgt. Hier ist nun für den Arzt ein komplizierter Bruch erkennbar und der behandelnde Chirurg muss entscheiden, ob die Operation in einer Spezialklinik durchgeführt werden muss.

Der Chirurg kann nun per Videokonferenz Kontakt zu der Spezialklinik aufnehmen und einem dortigen, spezialisierten Arzt die gerade gemachten Röntgenbilder präsentieren. So kann entschieden werden, ob Frau B. besser verlegt wird.

 

Tumorkonferenzen per Videoübertragung

Natürlich gibt es noch viel mehr Einsatzbereiche für Videokonferenzen in der Telemedizin. In einer Tumorkonferenz beispielsweise arbeiten Experten verschiedener Fachrichtungen Hand in Hand. Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen oder andere Experten treffen sich, um maßgeschneiderte Empfehlungen für die Diagnostik und Therapie von Patienten zu erarbeiten.
Hierbei werden Patientenunterlagen ausgetauscht oder Röntgenbilder gemeinsam untersucht und der Patient profitiert von den unterschiedlichen Fachdisziplinen.
Diese Tumorkonferenzen lassen sich auch sehr gut über die Telemedizin – in Form einer sicheren Videokonferenz – veranstalten.

Das ist natürlich nur ein kleiner Teil von dem, was mit der Telemedizin möglich ist.
Es gibt beispielsweise auch Geräte für den Hausgebrauch, wie Blutdruckmessgeräte, Pulsoximeter, Peak-Flow-Messgerräte und mehr, die die gewonnen Daten direkt an den behandelnden Arzt weiterleitet. So kann der Gesundheitszustand rund um die Uhr überwacht auch in abgelegenen Gegenden überwacht werden – mittels Telemedizin.

Sie sehen also, die Telemedizin ist ein noch relativ junges aber sehr weitreichendes und aufstrebendes Feld in der Medizin.

Vorteile durch Telemedizin

  • Doppelte Untersuchungen werden vermieden z.B. muss der Patient nur einmal geröntgt werden.
  • Seltene Krankheiten können auch in vergleichsweise kleineren Kliniken entsprechend behandelt werden.
  • Die Fahrtwege für Patienten und Ärzte werden reduziert.
  • Schnellere Diagnostik, auch in akuten Notfällen.
  • Eine Zweitmeinung in komplizierten Fällen ist schnell verfügbar.
  • Möglichkeit des Patienten, auch in ländlichen Gebieten, regelmäßig die Vitalwerte durch einen Arzt überprüfen zu lassen.
  • Optimaler Datenaustausch durch Experten.
  • Bessere Behandlung durch räumlich entfernte Fachärzte.

Rahmenbedingungen und Sicherheit

Moderne Telemedizin per Videokonferenz

Moderne Telemedizin per Videokonferenz

Telemedizinische Lösungen verursachen in der Regel Fixkosten (Geräteanschaffung und eventuell die Schaffung der Infrastruktur) sowie Betriebskosten (Stromkosten, Verbindungskosten, Wartung). Hier stellt sich die Frage, wer diese Kosten zu welchem Teil übernimmt, oder ob es sogar Förderungen gibt.

Aber auch die Rechtlichen Aspekte sollte man betrachten: Hier wird zwischen der „Ersten Meinung“ und der Zweitmeinung unterschieden. Eine, nur auf Telemedizin gestützte Erstmeinung kann unter Umständen rechtlich problematisch sein. So eine Situation kann z.B. eintreffen, wenn kein Arzt vor Ort ist und der Patient alleine durch einen entfernten Arzt per telemedizinischer Konsultation diagnostiziert wird. Die Zweitmeinung verursacht hier weitaus weniger Bedenken.

Da die Telemedizin auch in die Schweigepflicht fällt ist eine solide Verschlüsselung Pflicht. Ebenfalls sollten Server mit dem Standort Deutschland gewählt werden. Noch besser wäre es, die eigene Infrastruktur zu nutzen.