Das Thema Cloud und Sicherheit ist zurzeit in aller Munde.

Im Government Communications Headquarters (GCHQ) wurde das Spähprogramm „Tempora“ entwickelt.

Die jüngsten Aufdeckungen des amerikanischen Überwachungsprogrammes PRISM und der britischen Geheimoperation Tempora zur Überwachung des weltweiten Telekommunikations- und Internetdatenverkehrs zeigen wieder einmal, wie einsehbar unsere Daten im Online-Zeitalter sind.
Durch Edward Snowden, einem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter der CIA und NSA, wurde uns in den letzten Wochen deutlich gemacht, dass diese Möglichkeiten leider auch genutzt und von den Geheimdiensten voll ausgeschöpft werden.

So flexibel und bequem die Digitale Datenautobahn auch ist, so unsicher ist sie auch in den meisten Fällen. Dienste wie Google Drive, Facebook und Skype locken mit Ihrer Einfachheit und sind dazu meist noch kostenlos. Über die Sicherheitsaspekte werden sich in den meisten Fällen aber wenige Gedanken gemacht.

Und das kann – wie auch PRISM und Tempora zeigen – fatale Folgen haben. Sie wissen im Endeffekt nicht, wo Ihre Daten landen und was mit diesen passiert. Selbst Branchenriese Microsoft hat bereits zugegeben, Daten die über die Videokonferenz-Software Skype laufen, aufzuzeichnen und zu speichern. Facebook prüft bei jeder verschickten Nachricht die einen Link enthält, bereits im Vorfeld was sich dahinter verbirgt. Was Microsoft und Facebook schlussendlich mit diesen Daten anstellen bleibt ein Geheimnis.

Googles Macht

Mittlerweile hat der Internet-Riese Google eine beachtliche Menge an Daten eines jeden Internetnutzers angesammelt, die zur einer stetigen Verbesserung der genutzten Google Produkte führen soll.
Dienste wie Google Mail beispielsweise prüfen und analysieren Nachrichten um Ihnen bessere und zielgerichtetere Werbung zeigen zu können. Die Datenmengen und Nutzerprofile die dadurch entstehen lagern auf amerikanischen Servern. Wer alles darauf zugreifen kann und in welcher Form bleibt ungeklärt. Googles neues Produkt „Hangout“ bietet zudem noch die Möglichkeit von Videokonferenzen. Auch hier kann man nicht sicher sagen, was mit den teilweise sensiblen Daten passiert und passieren kann.

Google Produkte

Google Produkte

Google ist hier am breitesten aufgestellt und bietet dem Nutzer ein großes Sortiment an Produkten und Services an, über die ein Großteil unserer Daten läuft. Als Beispiele sind hier die Suchmaschine Google, der Anzeigenservice Adwords, das Videoportal Youtube oder der E-Mail Service Gmail zu nennen.

Dass Daten im Internet nicht immer sicher sind war einigen bereits lange Zeit bewusst. Leider aber bei weitem nicht der großen Masse. Man kann hoffen, dass sich die jüngsten Aufdeckungen positiv auf die Politik auswirken und auch der „Normalbenutzer“ am Ende davon profitieren kann.

Internet-Sicherheit in der Politik

Die Aussage von Angela Merkel „Das Internet ist für uns Neuland” verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer und innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Timelines, Feeds und Blogs gefüllt mit Hohn und Spott über diese Aussage. Allerdings zeigt sich hier auch wieder, dass das Internet und Digitale Rechte und Pflichten noch immer nicht in der Politik angekommen sind.

Hier wäre es wünschenswert von der Politik festzulegen, was verhältnismäßig vertretbar ist und was zu weit geht. Pauschal alle Daten zu loggen und aufzuzeichnen geht meines Erachtens mehr als zu weit.
Barack Obama drückte sich hierzu am 19.Juni 2013 bei seiner Rede am Brandenburger Tor wie folgt aus:

„Unsere aktuellen Maßnahmen unterliegen der Rechtsstaatlichkeit und konzentrieren sich auf Gefahren für unsere Sicherheit, nicht auf die Kommunikation ganz normaler Bürger. Sie helfen, realen Gefahren entgegenzutreten, und sie tragen zur Sicherheit der Menschen in den Vereinigten Staaten und hier in Europa bei. Aber wir müssen uns der Herausforderung stellen, der sich jeder in einer demokratischen Gesellschaft gegenübersieht: die Stimmen zu hören, die nicht unserer Meinung sind; eine offene Debatte darüber zu führen, wie wir unsere Befugnisse einsetzen und wie wir sie beschränken müssen; und immer daran zu denken, dass die Regierung dazu da ist, der Stärke des Einzelnen zu dienen, und nicht andersherum.“

Rechte im Internet

Rechte im Internet

Rechte im Internet

Auch die „Internet-Rechte“ im allgemeinen sollten überdacht und überarbeitet werden.
Hier ist als Beispiel die „Drossel-Debatte“ der Telekom zu nennen. Nach einem bestimmen Datenverbrauch soll hierbei die Interleistung auf ein Minimum gedrosselt werden. Bestimmte Dienste der Telekom sind hiervon allerdings ausgenommen. Die „Netzneutralität” sieht allerdings vor, dass alle Inhalte im Netz gleich behandelt beziehungsweise gleich schnell übertragen werden.
Innerhalb weniger Tage entstand so ein regelrechter Shitstorm in der Internetgemeinde. Diese Debatte ging soweit, dass sich auch die Politik in Form von Bundeswirtschaftsminister Rösler eingemischt hat.

Nach Informationen des “Spiegel” soll Röslers Ministerium einen Verordnungsentwurf “zur Gewährleistung der Netzneutralität” erarbeitet haben, da das Wirtschaftsministerium mit den bisherigen Zugeständnissen des Bonner Konzerns nicht zufrieden gewesen sei.
Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Leider aber nur ein kleiner Schritt auf einem großen Weg.

Wie kann ich mich schützen?

Wie aber kann sich der Nutzer aber nun gegen das Abhören und loggen von Nachrichten schützen?
So ansprechend Dienste wie die oben genannten auch erscheinen mögen, sicher sind sie bei weitem nicht.
Zu empfehlen sind mehrere Punkte:

  • Dienste besser auf dem eigenen Server zu lagern oder zumindest deutsche Anbieter – die deutschem Recht unterliegen – zu nutzen.
  • Statt beispielsweise Google Drive ist ratsamer für Unternehmen, die eigene Infrastruktur zu nutzen und interne Fileserver und Filesharingdienste anzubieten.
  • Nutzen Sie anonyme Suchmaschinen wie bspw. DuckDuckGo
  • Statt der Videokonferenz mit Skype oder Hangout sollten Unternehmen oder Privatanwender mit sensiblen Daten besser auf deutsche Dienste zurückgreifen, oder noch besser: Direkt eine Videokonferenzsoftware auf dem eigenem Server installieren.

Und für Facebook und andere Sozialen Netzwerke gilt nach wie vor: Passen Sie auf, was Sie der breiten Masse mitteilen und welche Informationen und Fotos Sie von sich online stellen.
So wissen Sie, was mit Ihren Daten passiert und wer diese zu Gesicht bekommen kann.